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radio eins (5.10.2011): Die Markthalle Neun in Kreuzberg (mit Audioversion)
[...] Seit dem Wochenende ist die Markthalle Neun wieder zu neuem Leben erwacht. Ab sofort gibt es immer Freitag und Samstag in der 120 Jahre alten Halle Wochenmarkt. [...]
taz (4.10.2011): Regionales für den Kiez
Der Anblick der hausgemachten Brotaufstriche und Kuchen an den Ständen der Markthalle IX lässt das Wasser im Mund zusammenlaufen. Einen der 30 Marktstände betreibt der urbane Landwirtschaftsbetrieb Prinzessinnengarten vom Moritzplatz. Im vergangenen Jahr hatte das Projekt hier überwintert. "Damals gab es hier eine trübe Stimmung, das genaue Gegenteil von heute", sagt die Marktverkäuferin vom Prinzessinnengarten. Am Samstag wurde die Eisenbahnmarkthalle in Kreuzberg nach langen und zähen Verhandlungen für Besucher geöffnet. [...]
rbb Abendschau (1.10.2011): Wiederbelebung der Kreuzberger Markthalle
Vor genau 120 Jahren öffnete einer der schönsten Markthallen in Berlin. Die historische Markthalle 9 in Kreuzberg liegt genau zwischen Eisenbahn- und Pücklerstraße und wird deshalb auch Eisenbahnhalle genannt. Vor sechs Jahren haben alle kleinen Einzelhändler die Halle verlassen. Sie verkam mehr und mehr, dann stand sie zum Verkauf. Den neuen Eigentümern liegt die Kundschaft aus dem Kiez am Herzen. Und die hat den Tag der Wiedereröffnung auch lang ersehnt.
radio eins (1.10.2011): Eröffnungsfeier in der Markthalle 9 (mit Audioversion)
Kartoffeln und Äpfel mitten in der Großstadt und doch wie aus Omas Garten. In der traditionsreichen Markthalle IX entsteht ab 1. Oktober 2011 ein bunter Marktplatz, an dem Lebensmittelkultur, und -handwerk wieder gelebt und vermittelt werden. [...]
Tagesspiegel (30.09.2011): Nächster Halt: Käsetheke
Einkaufsbummel, Kaffeeklatsch und Leckerbissen: 120 Jahre nach der ersten Eröffnung kehrt ab Samstag wieder Leben in die Kreuzberger Eisenbahn-Markthalle ein. [...] Die Halle soll schrittweise entwickelt werden. Zuerst ist freitags und sonnabends Markt mit 30 Händlern. Darunter sind die Bäckerei Soluna und die Weinhandlung Suff aus Kreuzberg, die Zehlendorfer Fleischerei Bauch, Käsehändler Ivo Knippenberg aus Französisch-Buchholz und Fischhändler Ingo Apelt aus dem Harz. In den kommenden vier Jahren dann soll sich sowohl von Anbietern als auch Markttagen vergrößert werden. Irgendwann soll es Kochkurse geben und ein Kulturprogramm. [...]
Berliner Zeitung (30.9.2011): Neubeginn mit Ziegenkäse aus dem Spreewald
[...] 120 Jahre nach ihrer Eröffnung wird die Halle wieder ihrem Namen gerecht: Ab sofort bauen in der Markthalle Neun, wie sie jetzt heißt, Händler ihre Stände auf. Obst und Gemüse aus Werder wird es geben, Büffelfleisch aus Werneuchen, Ziegenkäse aus dem Spreewald und Fisch aus Flüssen des Harzes. [...]
Berliner Morgenpost (25.9.2011): In die Eisenbahnmarkthalle zieht wieder Leben ein
[...] Die Plakate kündigen es schon an. Ein blauer Fisch. Eine gelbe Birne. Ein orangefarbener Pilz. Ein grüner Lauch, jeweils auf schwarzem Grund. Sie hängen in Schaufenstern an Eisenbahnstraße, Pücklerstraße und Wrangelstraße. Doch das ist nicht Werbung fürs eigene Geschäft, sondern für die Eisenbahnmarkthalle. [...] Am 1. Oktober beginnt ein neues Leben in der Markthalle. Mit 30 Marktständen. Obst und Gemüse aus Werder wird es geben. Ziegenkäse aus Ogrosen im Spreewald. Brot aus Kreuzberg von Soluna. Torten von einer süddeutschen Konditorin. Stände haben die Fleischerei Bauch aus Zehlendorf, die Weinhandlung Suff aus Kreuzberg. Fisch kommt vom Händler Ingo Apelt aus dem Harz. [...]
zitty (20.4.2011): Berlin-Monopoly
[...] Berlin ist ganz besonders von dem bundesweiten Trend zur Privatisierung betroffen. [...] Im Liegenschaftsfonds zeigt sich derzeit, wohin der Weg gehen könnte. Der Trend geht zur Vergabe von Grundstücken und Immobilien auf Basis eines Konzepts, nicht zur freien Verfügung der Investoren. So wie bei der Eisenbahnmarkthalle in Kreuzberg beispielsweise. Hier gibt es bald kleinteiliges Marktgewusel statt wie bisher eine Sammlung von Discountercontainern. Weil es einen Gestaltungswillen gab. Der Senat als Herr über das Regelwerk könnte vorgeben, wie Monopoly gespielt wird. Dann kann es anders als in der klassischen Version auch mehr als einen Gewinner geben.
taz (20.4.2011): Neuer Betreiber für Markthalle Eisenbahnstraße: Die Halle der kleinen Schritte
Die Markthalle an der Kreuzberger Eisenbahnstraße soll künftig von einer anwohnernahen Initiative betrieben werden. Das hat der Aufsichtrat der landeseigenen Berliner Großmarkt GmbH (BGM) entschieden. Bis Ende Mai solle mit der Projektgruppe "Markthalle IX" ein Kaufvertrag unterzeichnet werden, sagte BGM-Geschäftsführer Andreas Foidl. Im Herbst will die Projektgruppe als ersten Schritt einen regelmäßigen Wochenmarkt in der Halle starten. [...]
Berliner Zeitung (20.4.2011): Gastronomen übernehmen Eisenbahnhalle
Seit Jahren dümpelt die Eisenbahnmarkthalle in der Kreuzberger Eisenbahnstraße vor sich hin. Jetzt ist eine Entscheidung über ihre Zukunft gefallen: Der Aufsichtsrat des Noch-Eigentümers, der Berliner Großmarkt (BGM), hat gestern einen Käufer gefunden. "Wir beabsichtigen, die Halle an die Projektgruppe Markthalle Neun zu verkaufen", sagte Aufsichtsratschef und Wirtschaftsstaatssekretär Jens-Peter Heuer. Bis zum 31. Mai sollen noch einige Punkte des Kaufvertrages geklärt werden, Mitte Juni soll das Geschäft perfekt sein. [...]
Berliner Zeitung (29.03.2011): Pilze, Kunst und viel Platz zum Toben
Ginge es allein nach den Anwohnern, wäre die Sache klar: Eine deutliche Mehrheit der gut 250 Kreuzberger, die sich am Montagabend in der Eisenbahn-Markthalle an der Eisenbahnstraße versammelt hatten, stimmte für eine behutsame Entwicklung der Halle zu einem Markt mit vielen kleinen Ständen, der auch Anwohnertreff, Spielplatz und Kulturraum werden soll. Doch das von vielen Anwohnern gewollte Konzept von der Gruppe Markthalle Neun konkurriert mit dem der Firma Berlin Zauber GmbH. Beide Interessenten möchten die denkmalgeschützte, aber marode Halle nahe dem Lausitzer Platz kaufen. Heute will eine Arbeitsgruppe aus mehreren Senatsverwaltungen, dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und dem Einzelhandelsverband über den Verkauf politisch entscheiden. Im April soll dann der Aufsichtsrat des Noch-Eigentümers, der Berliner Großmarkt GmbH (BGM), das Geschäft endgültig besiegeln. [...]
Tagesspiegel (29.03.2011): Kleine Läden statt großer Ketten
[...] 17 Bewerber wollten die Halle in der laufenden Ausschreibung für die festgelegten 1,15 Millionen Euro kaufen. Übrig geblieben sind zwei: die Gruppe „Markthalle Neun“ um Nikolaus Driessen sowie Helmut Russ von BerlinZauber, Veranstalter des Weihnachtsmarkts auf dem Gendarmenmarkt. [...] Endgültig bestimmt der Aufsichtsrat die landeseigenen Berliner Großmarkt GmbH als Eigentümerin, die im Februar 2010 nach Bürgerprotesten gegen mehr Supermärkte in der denkmalgeschützten Halle entschieden hatte. Daraufhin kam es zur Ausschreibung. Die Meinung der anwesenden Kreuzberger war am Montag jedenfalls eindeutig: Sie stimmten überwiegend für Driessens stufenweisen Umbau.
rbb Abendschau (28.03.2011): Markthallenkonzept wird vorgestellt
An diesem Montagabend stellen die beiden Kaufbewerber für die Eisenbahnmarkthalle in Berlin Kreuzberg ihre Konzepte zur Neuentwicklung den Anwohnern vor. Am Mittwoch wird dann in der Senatverwaltung für Wirtschaft die für den Verkauf zuständige Arbeitsgruppe tagen und die beiden Konzepte bewerten.
radio eins (8.12.2010): Slow Food und der Terra Madre Tag (mit Audioversion)
[...] Die Welt wird nicht durch große Ideen besser, gerechter, ökologischer und glücklicher. Vielmehr sind es die kleinen, schrägen Projekte mit sozialem Anspruch, die mit einer konkreten Idee oder Aktion mithelfen, der Routine zu entkommen, durch Irritationen den Alltag neu zu betrachten und das eigene Verhalten zu ändern oder einfach für einen Moment Lebensfreude erzeugen. [...] Seit zwanzig Jahren feiert man den Geburtstag [von Slow Food, Anm. d. Red.] mit dem sogenannten Terra Madre Day. In Berlin wird der Geburtstag einen Tag später, am Samstag, in der Markthalle IX in der Eisenbahnstraße begangen. Zuletzt stand die Halle leer, nun will eine Initiative den Markt in der über 100-jährigen Halle wiederbeleben. [...]
tip (27.10.2010): Neue Handelsklasse
[...] Gegen das alte Vorurteil, Interesse an biologisch angebauten Lebensmitteln mit Yuppietum gleichzusetzen, wehrt sich eine Initiative, die ein Konzept für die Nutzung der alten Kreuzberger Markthalle an der Eisenbahnstraße entwickelt hat. "Wir wollen vor allem kleine Händler aus der Umgebung abbilden", sagt Florian Niedermeier, einer der Aktivisten von Markthalle IX. Sein Mitstreiter Nikolaus Driessen fügt hinzu: ,,Die Halle soll soziale und kulturelle Begegnungsstätte werden, mit einem umfangreichen Sortiment an frischen Lebensmitteln" [...] Kurzfristig wird nun erst mal auf Initiative der Markthalle IX der Kreuzberger Prinzessinnengarten (die Stadtgärtner vom Moritzplatz) einziehen und die alte Markthalle als Winterquartier nutzen. [...]
rbb Abendschau (3.10.2010): Verkaufsoffener Sonntag in Berlin

Berliner Zeitung (1.10.2010): Berliner Honig und Käse aus Brandenburg
[...] Am 20. Oktober beginnt die zweite Stufe der Ausschreibung. Zu den Interessenten zählt eine Gruppe junger Berliner Gastronomen, die von Slow Food unterstützt wird. Die Gruppe, die sich Initiative Markthalle IX nennt, will in der Halle einen lebendigen Markt- und Kulturplatz etablieren, wie ihr Sprecher Nikolaus Driessen sagt: "Wir wollen dort Frisches aus der Region anbieten, Künstlern eine Bühne bieten und einen Anwohnertreff entwickeln." [...]
tip Speisekarte 2011 (August 2010): Marktforschung
[...] Die Berliner Großmarkt GmbH sucht einen neuen Betreiber und steht in Verhandlungen mit der Gruppe Markthalle IX. [...] Sie wehren sich zu Recht gegen das alte Vorurteil, Interesse an biologisch angebauten, hergestellten oder verarbeiteten Lebensmitteln mit Yuppietum gleichzusetzen. ,,Wir wollen vor allem kleine Händler aus der Umgebung abbilden. Leute mit Herzblut", sagt Florian Niedermeier. "Außerdem empfinden wir es als reizvolle Aufgabe, den alten Charme zu bewahren." [...] Um den eh schon recht begeisterten Kiez noch mehr einzustimmen, wollen die Eisenbahnstraßen-Enthusiasten am 3. Oktober, dem "Tag der Regionen", ein großes Fest in der Halle feiern. [...] Das Nachhaltigste, was man in Sachen Nahrung tun kann, ist schließlich neben dem Biosiegel das Vermeiden langer Wege. Wieso also nicht Honig von Kreuzberger Bienen und Wein aus stressresistenten Berliner Trauben? Und das ist dann tatsächlich das Gegenteil von Yuppietum. [...]
Tagesspiegel (16.7.2010): Ein Traum aus Wurst und Käse / Foto
[...] An den Marktständen wird frisches Gemüse, Käse und Fleisch aus Berlin und Brandenburg und vor Ort gebackenes Brot neben Spezialitäten aus Europa verkauft. Besucher plaudern und essen, Kinder tollen herum. Und über all dem lebendigen Marktgeschehen schwebt die luftige, helle Backstein-Architektur der denkmalgeschützten Markthalle IX in der Kreuzberger Eisenbahnstraße. So sieht die Vision aus, die Florian Niedermeier und Bernd Maier seit mehr als zwei Jahren teilen. [...] „Wir setzen auf Regionalität, Kiezgebundenheit, hohe Qualität und kulturelle Vielfalt, wie sie dem Stadtteil entspricht“, sagt Maier. [...]
zitty (24.2.2010): Die Eisenbahnhalle soll schöner werden (Interview mit Florian Niedermeier)
[...] Florian Niedermeier erklärt die Investitionspläne der Initiative Markthalle IX, der er angehört. Die Halle wirkt heute ziemlich tot. Was wollen Sie dagegen tun? Durch die Unterstützung der Anwohner für unser Konzept gibt es gerade eine große Aufmerksamkeit für die Markthalle. Wir wollen diesen Schwung in eine Zwischennutzung kanalisieren. Wir haben dem Senat vorgeschlagen, die leer stehenden Stände rauszuschmeißen und die Freifläche für Konzerte und Public Viewing während der Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer zu nutzen. Denn bis das neue Verkaufsverfahren abgeschlossen ist, wird es noch eine Weile dauern. Was planen Sie? Die Wiederbelebung eines klassischen Marktes, an die Ansprüche von heute angepasst: Viele Händler und Erzeuger aus der Stadt und dem Umland, Metzger, Gemüsehändler, Gärtner. Wir haben durch unseren Spezialitätenladen den Kontakt zu vielen Händlern wie einer Holzofenbäckerei, Wildfleischhändlern aus Brandenburg oder einem Ziegenhof, die ihr Interesse an der Markthalle haben. Sie betreiben jetz schon die Meierei, einen Laden für alpenländische Spezialitäten. Wird sich die Markthalle davon unterscheiden? Die Markthalle soll keine Vergrößerung unseres Ladens werden. Dort wird es nicht nur Bio-Produkte und Spezialitäten geben, sondern ein vielfältiges Angebot. Auch das Preisniveau wird nicht hoch sein - es geht nicht darum, Hummer zu verkaufen, sondern traditionelle, gute Lebensmittel. [...]
Frankfurter Allgemeine Zeitung (16.2.2010): 1:0 für Kreuzberg
Sollte Hamburg und die Entscheidung der Hansestadt, sein Gängeviertel nicht an Großinvestoren zu verkloppen, tatsächlich Schule machen? In der Hauptstadt hat jedenfalls nun auch der Aufsichtsrat der Berliner Großmarkt GmbH den Verkauf der 2850 Quadratmeter großen Eisenbahnmarkthalle gestoppt. [...] Diese Entscheidung kann als Erfolg der Bürgerinitiative gewertet werden, die sich gegen einen Verkauf und für eine Neunutzung als kleinteiligen Markt mit einem neuartigen Kultur- und Stadtentwicklungskonzept eingesetzt hatte.
Tagesspiegel (14.2.2010): Aus für die Supermarkthalle
[...] Jetzt ist wieder alles offen: Freitagabend wurde bekannt, dass die landeseigene Berliner Großmarkt GmbH die 1891 eröffnete denkmalgeschützte Halle an der Eisenbahnstraße doch nicht an den zuletzt gehandelten Investor verkauft. Der wollte inmitten der Gusseisensäulen, neben Klinkerwänden und holzverstrebten Decken große Supermärkte ansiedeln. Nach wochenlangen Anwohnerprotesten lehnt das der GmbH-Aufsichtsrat nun ab. Bezirk und Land wollen doch lieber kleinteiligen Einzelhandel, um den Stadtteil aufzuwerten. Unweit der Halle stauen sich jetzt schon Kunden beim Großeinkauf an der Netto- und Lidl-Kasse. „Ich wünsche mir, dass ich mich da nicht mehr ewig anstellen muss, wenn ich nur mal Butter brauche. Und hier in der Halle bekäme ich noch nette Plaudereien dazu“, sagt ein 61-jähriger Stammkunde am Imbissstand im Mittelgang. „Früher“, sagt er, „ hat sich hier immer das Leben getroffen.“ [...]
zitty (9.2.2010): Eisenbahnhalle: Ein Herz für Investoren
[...] Dafür ist rund um die Halle in den letzten Monaten ein kleines Wunder passiert: Die Kreuzberger Bürger haben sich zusammengetan und sie kämpfen für eine Gruppe von Investoren, die die Halle in der Nähe vom Lausitzer Platz übernehmen soll. [...] Hunderte Kreuzberger sind gekommen, draußen verkauft jemand Bockwürste, alle diskutieren über die Zukunft der Halle. Einer von ihnen steigt mitten in der Halle auf eine Kiste, er wird laut: "Ich spreche hier als Bürger, der sich um seine Halle sorgt." Nikolaus Driessen steht mitten im Trubel, erzählt wer noch im Team der Investoren dabei ist. [...] Bernd Maier und Florian Niedermeier betreiben jetzt schon die Meierei in der Kollwitzstraße, ein alpenländisches Spezialitätendeli. Die Meiers sind das Herz des Projektes, sie sind es, die den Markt Tag für Tag managen und mit Leben füllen wollen, und denen man das auch zutraut. [...]
Berliner Zeitung (3.2.2010): Eine Zukunft für die „Leichenhalle“
[...] Zuletzt wurde mit zwei Interessenten verhandelt. Einer will einen weiteren Supermarkt in der Halle ansiedeln. Sein Kaufangebot liegt über dem der Konkurrenz, einer Gruppe junger Gastronomen, die ein völlig anderes Ziel verfolgen. Sie wollen die verlassene Halle wieder zum lebendigen Marktplatz machen. Frisches aus der Region soll angeboten werden, dazu internationale Spezialitäten. Neben Ständen für Fleisch, Fisch und Blumen sind auch Flächen für Veranstaltungen, Ateliers für Künstler und im Keller Proberäume für Bands geplant. „Wir wollen hier einen Kiez-Treffpunkt entwickeln“, sagt Nikolaus Driessen, der Sprecher der Gruppe. Deren ambitioniertes Konzept entspricht der Ausschreibung, in der Kleinteiligkeit als Ziel steht. Es droht dennoch zu scheitern – falls die Verantwortlichen ausschließlich auf das weit höhere Gebot des Supermarkt-Konkurrenten setzen. Die Anwohner unterstützen das kleinteilige Markt- und Kulturkonzept. Hunderte Unterschriften haben sie dafür gesammelt. „Die Markthalle könnte Motor sein für Arbeitsplätze und Kultur im Kiez“, sagt Anwohner Christoph Albrecht. [...]
rbb Abendschau (30.1.2010): Markthallenbesetzung in Kreuzberg
rbb Abendschau (21.1.2010): Eisenbahnhalle in Kreuzberg vor Verkauf

Frankfurter Allgemeine Zeitung (20.1.2010): Eine Frage des Marktes (zum Konzept Markthalle IX)
[...] Es gibt mehrere Interessenten - darunter ein Team jüngerer Investoren, Gastronomen und Kuratoren, die das Innere der 2850 Quadratmeter großen Halle langfristig in eine Art kleine Idealstadt, eine Kultur-Landschaft des einundzwanzigsten Jahrhunderts, eine Sozialmaschine verwandeln wollen. All das, was das Viertel dort, wo es funktioniert, ausmacht, könnte hier verdichtet und fortgesetzt werden.[...] Sie könnte zeigen, wie eine Öffentlichkeit aussähe, die nicht von Malls und Kinoketten geprägt wird - wäre da nicht die Wurschtigkeit der Berliner Politik, die das Schicksal des Orts weitgehend in die Hände jener Gesellschaft legt, die für seinen Niedergang verantwortlich ist: die Berliner Großmarkt GmbH. Zwar beteuert Staatssekretär Heuer, der in ihrem Aufsichtsrat sitzt, dass beim Verkauf "nicht nur finanzielle Aspekte" eine Rolle spielen dürfen - scheint damit aber auf verlorenem Posten zu stehen. Genau diese Indifferenz der Verantwortlichen, ihre fehlende Vorstellungskraft, ihre depressive Hingabe ans scheinbar Unabänderliche ist es, die neben der Zukunft des Viertels auch das Bild einer Politik beschädigt, die der Stadt den Nährboden jener Kreativität entzieht, mit der sie sich nach außen rühmt. Man kann auch nicht immer mangelnde Integration beklagen und dort, wo diese Integration stattfinden könnte, bedauernd auf leere Kassen klopfen. Wenn Ideen wie die einer Markthalle, die auch der Entwurf einer neuen städtischen Öffentlichkeit wäre, gekippt werden, weil eine Discounter-Nutzung geringfügig mehr Geld bringt, ist der Verlust für die Zukunft einer Stadt größer als die Summe, die der Ausverkauf ihrer öffentlichen Orte in die Kassen spült.
Berliner Morgenpost (18.12.2009): Verkauf der Eisenbahnhalle verschoben
rbb Abendschau (16.12.2009): Markthalle Kreuzberg
Stachel (1.12.2009): Was wird aus der Eisenbahnmarkthalle? / Individueller Einzelhandel statt Discounter-Einheitsbrei
[...] Dem Vernehmen nach liegen Angebote von drei potentiellen Käufern vor. Über die Einzelheiten schweigen sich der mit dem Verkauf beauftragte Liegenschaftsfonds und die BGM aus. Nur ein Interessent ist an die Öffentlichkeit gegangen und hat seine Pläne AnwohnerInnen, Gewerbetreibenden und der Bezirkspolitik erläutert: Die "Investorengemeinschaft Markthalle IX". Mit dem nebenstehenden Text stellt sie ihr Konzept im Stachel vor.

"[...] Als Investorengemeinschaft Markthalle IX (in Anlehnung an ihren historischen Namen) haben wir uns mit der Vision zusammengefunden, die Eisenbahnmarkthalle in ihrer ursprünglichen Form als sozialen und wirtschaftlichen Mittelpunkt des Kiezes wiederzubeleben. In enger Abstimmung mit AnwohnerInnen, Bezirk und Denkmalschutz planen wir ein Konzept, dass auf kleinteilige, individuelle Nutzung statt Discounter-Einheitsbrei setzt. Wir wollen vor allem lokale Gewerbetreibende und Gastronomen zurück in die Halle holen. [...] Damit erfüllen wir sowohl die Vorgaben der Politik als auch die Wünsche der AnwohenerInnen. Im Abgeordnetenhaus und Bezirk besteht Konsens darüber, dass die Nutzung der Halle im Sinne eines kleinteiligen Einzelhandels für die Nahversorgung erfolgen soll. 'Eine Belebung der Markthalle mit kleinteiligem Einzelhandel wird nur funktionieren, wenn man auch Akteure aus dem Stadtquartier aktiviert und in dieses Konzept mit einbindet', hat Wirtschaftssenator Harald Wolf mehrfach öffentlich betont und eine Lösung, die eine überwiegende Nutzung durch Aldi, Lidl Kaisers & Co. vorsieht explizit abgelehnt. [...]"
taz (24.9.2009): Halle 9 auf Platz 1?
[...] Der Aufsichtsrat der Berliner Großmarkt GmbH (BGM) hat entschieden, die Verhandlungen über die denkmalgeschützte Markthalle in der Kreuzberger Eisenbahnstraße mit einem der beiden Bieter weiterzuführen. Nach Informationen der taz deutet vieles darauf hin, dass die Investorengemeinschaft "Markthalle 9" der weitere Gesprächspartner für die landeseigene BGM ist. [...]
taz (21.9.2009): Streit in Kreuzberg
[...] Am Dienstag könnte sich entscheiden, dass die Kreuzberger Markthalle in der Eisenbahnstraße an einen unbekannten Investor mit unbekannten Plänen verkauft wird. [...] Die denkmalgeschützte Markthalle steht derzeit zum Verkauf. Die jetzige Betreiberin, die Berliner Großmarkt GmbH (BGM), hat sie weitgehend abgewirtschaftet: Die Ketten Aldi, Kik und Drospa haben sich im Ambiente eingerichtet - und mit ihnen ein Hauch von Trostlosigkeit. Doch weil die BGM, ein landeseigenes Unternehmen, aufwendige Sanierungsarbeiten nicht tragen kann, soll die Immobilie privatisiert werden. Dabei, bestätigt Geschäftsführer Andreas Foidl der taz, haben "die ökonomischen Kriterien Vorrang". [...] Der zweite Mitbewerber versuchte am Freitag seinerseits für Transparenz zu sorgen. Gemeinsam mit einer Bürgerinitiative, die 500 Unterschriften für das Projekt gesammelt hatte, stellte die Investorengemeinschaft "Markthalle Neun" am Freitag ihre Pläne vor. "Wir wollen aus der Halle einen authentischen wirtschaftlichen und sozialen Mittelpunkt im Kiez machen und hier auch kulturelle Akzente setzen", sagte Nikolaus Driessen, Mitglied der Investorengruppe. [...]
Tagesspiegel (15.6.2009): Kritik am Verkauf der Kreuzberger Eisenbahnhalle
[...] Die Markthalle in der Kreuzberger Eisenbahnstraße steht vor dem Verkauf. Zwei Angebote gibt es – Gespräche wurden bisher aber nur mit einem Interessenten geführt. Aus politischen Kreisen ist zu hören, dass die Hamburger „Investorengemeinschaft Markthalle IX“ 1,5 Millionen Euro bezahlen will. Doch mit der Firma wurde bisher nicht geredet, sondern nur mit einem zweiten, der Öffentlichkeit unbekannten Bieter. [...] Volker Härtig, Chef der Stiftung Denkmalschutz, sagt: „Statt die Markthalle an einen unbekannten Bieter zu vergeben, sollte es einen Wettbewerb der Konzepte geben.“ [...]